Delmenhorst, den 01.10.2007
Raumordnungsverfahren: Delmenhorst – B212n
im Zuge der Diskussion um den Bau der B212n als Anbindung der Wesermarsch an die Autobahnen als Infrastruktur, besonders bezogen auf das Güterverkehrszentrum in Bremen, füge ich einige eigene Gedanken und Ideen zu diesem wichtigen Thema hinzu.
Richtig ist, die Anbindung des Tiefseewasserhafens an den Verkehrsknotenpunkt des GVZ in Bremen anzubinden und damit die Verteilung von Gütern logistisch zu steuern. Ebenfalls richtig ist es, die Verkehrslage durch eine Umgehung in Berne zu entschärfen und die Bewohner dort zu entlasten. Auch die Belastung der Verkehrsführung in Bremen zu verteilen und Staus zu verringern ist ein positives Argument für die Anbindung der B212n an das überörtliche Verkehrsnetz in Bremen.
Falsch ist es diese Vorteile auf Kosten der Einwohner von Delmenhorst durchzusetzen, indem die neue Straße ein lang bestehendes Siedlungsgebiet,von historischer und politischer Bedeutung, zerschneidet. Gewohnte Strukturen und Lebensräume von Menschen müssen Vorrang vor dem Bau einer Bundesstraße haben. Die betroffenen Ortsteile Deichhausen und Sandhausen gehören zum Ortsteil Hasbergen. Hierbei handelt es sich um ein Dorf, das durch seinen landwirtschaftlichen und handwerklichen Beitrag in seiner dörflichen Einheit einen wichtigen Siedlungscharakter in Delmenhorst darstellt. Diese außerordentliche Stellung ist auch politisch durch einen eigen Ortsrat mit eigenem Bürgermeister unterstrichen. Diese Struktur darf nicht durch eine Bundesstraße durchtrennt und somit die Einheit aufgehoben werden.
Ein weiterer wichtiger negativer Effekt für die Menschen in Delmenhorst ist das laut der Verkehrsstudie zu erwartenden innerörliche hohe Verkehrsaufkommen. Diese werden bei Inbetriebnahme des Jadeports Delmenhorst und seine Einwohner über die Maßen belasten, egal welche Variante der B212n verwirklicht werden wird. Hierzu möchte ich die Landesplanungsbehörde dringend auffordern, im Raumordnungsverfahren auch eine leistungsfähige Bahntrasse für den Güter- und Personenverkehr im Gebiet zwischen Willhelmshaven und dem Güterverkehrszentrum in Bremen zeitgleich mit dem Bau der B212n zu planen und zu verstärken. Durch Erhöhung des Güterverkehrs auf der Schiene kann der Verkehr auf der Straße verringert werden und somit Mensch und Umwelt und Klima entlasten. Außerdem ist es wesentlich kostengünstiger die Bahntrasse gleichzeitig mit der Straßentrasse zu bauen. Denn Maschinennutzung, Erdbewegungen oder auch Lärmschutz können für beide Bauvorhaben in einem Ablauf getätigt werden. Hierzu gibt es auch in Deutschland Beispiele in der Durchführung.


