Der Delmenhorster Ratsherr Jörg Dombrowe (LAD) hat sich kritisch zum Verkauf von 516 Wohnungen der GSG an Investoren geäußert. „Als Mitglied des Stadtrates halte ich es für äußerst bedenklich, wie hier mit dem Eigentum der Stadt umgegangen wird“. Die GSG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Der Verkauf von fast 20 Prozent des Wohnungsbestandes der GSG an einen privaten Investor sei angesichts der anhaltenden Skandale auf dem amerikanischen Wohnungsmarkt, der inzwischen auch auf Deutschland übergegriffen habe, nicht nachvollziehbar.
Dombrowe: „Dass sich eine Kommune freiwillig in die Abhängigkeit von möglichen Immobilien-Heuschrecken begibt, ist eine ausgemachte Sauerei“. Vielen Mietern droht damit eine ungewisse Zukunft, weil sie nicht mehr die Sicherheit haben, dass ihr Verbleib in ihrer Wohnung auf Dauer gesichert ist, schreibt Dombrowe in einer Pressemitteilung. Hier werde das Tafelsilber der Stadt verramscht und dies auch noch am Stadtrat vorbei, empört sich Dombrowe. Er habe als Mitglied des Stadtrates, der die Interessen der Delmenhorster Bevölkerung zu verwalten hat, aus der Tageszeitung vom bevorstehenden Wohnungsverkauf erfahren. „Ein solcher mieterfeindlicher und undemokratischer Akt ist mir bisher noch nicht untergekommen“.
Der LAD-Ratsherr: „Es muss endlich Schluss sein mit diesem längst untauglichen Privatisierungswahn, der den meisten Kommunen in Deutschland nachweislich mehr Schaden als Nutzen gebracht hat“. Viele Kommunen sind deshalb bereits dazu übergegangen, Privatisierungen im Bereich Wohnungen, Energie und Müllabfuhr rückgängig zu machen – „in den meisten Fällen mit großem Erfolg..
Dombrowe: „Aber an Delmenhorst scheint diese kommunalpolitische Einsicht spurlos vorüber zu gehen, ganz gegen die Interessen der Bevölkerung, die einen Anspruch darauf hat, ihren Besitzstand zu bewahren. Offenbar hat man im Rathaus nicht den nötigen Mut, endlich einmal eine Politik zu praktizieren, die sich an den Interessen der Menschen und nicht an den Interessen von Managern und Kapitalgesellschaften orientiert“.
Der GSG-Aufsichtsrat tagt bereits am 15. Februar. Dombrowe fordert die Mieter von GSG-Wohnungen dazu auf, vor dieser Sitzung gegen den drohenden Verkauf zu protestieren. „Hier muss endlich ein Zeichen gesetzt werden gegen kommunalpolitische Willkür, die sich der demokratischen Kontrolle entzieht“. Der genaue Ort und Zeitpunkt ist sicherlich bei der GSG unter der Tel. Nr. 04221 12660 zu erfahren.
Jörg Dombrowe
Ratsherr der LAD
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Presse Ratsherr GSG 1_13FEB08.pdf | 97.54 KB |

