Was
Ist ECE
Wenn
es um das eventuell entstehende Einkaufscenter in der delmenhorster
Innenstadt geht, fällt häufig der Name „ECE“.
Was ist eigentlich diese ECE?
Die
ECE ( Einkaufs-Center Entwicklung) wurde 1965 von Versandhauspionier
Professor Werner Otto gegründet und befindet sich im Besitz der
Familie Otto. Seit 2000 wird das Unternehmen von Alexander Otto
geführt und hat sich inzwischen zum europäischen
Marktführer auf dem Gebiet innerstädtischer Shopping-Center
entwickelt.
Zur
zeit werden 97 Center durch ECE betrieben und 26 Center sind z.Z. In
Planung. (http://www.ece.com/de/newspresse/datenundfakten/)
Das
Unternehmen ECE ist aber nur ein möglicher Investor, der für
die Stadt Delmenhorst ein Angebot abgegeben hat.
Argumente
gleichmäßiger Kundenlauf
Mit
einem gut gewählten Standort soll ein gleichmäßiger
Kundenlauf erzeugt werden. Dabei ist die Rede von Knochen: an zwei
gegenüberliegenden Punkte einer Innenstadt werden attraktive
Punkte gesetzt, so dass die Kunden gleichmäßig zwischen
den Punkten pendeln. In Delmenhorst könnte sogar ein „T“
installiert werden. Wenn das neue Center seinen Standort am „Citty
Park“ erhalten würde, vervollständigen die „Jute“
und „Herti“ das „T“ vervollständigen.
Dieser
Kundenlauf wird allerdings nur entstehen wenn, ein gut durchdachter
Branchenmix über die gesamte Innenstadt installiert wird. Ein
Centermanagement oder ein Investor wird sich aber nicht vorschreiben
lassen, welche Branchen in das Center einziehen dürfen. Weil
natürlich nur die profitabelsten ausgewählt werden.
Zitat:
„..... Investoren werden
daher nicht zu jedem Kompromiss bereit sein.... weil ihnen bewusst
ist, dass Handel schon immer Wandel war, werden sie einer
detaillierten Festschreibung der Sortimente des Jahres 2006 nicht für
alle Zukunft zustimmen, wenn sie auch 2016 noch in und mit der Stadt
erfolgreich sein wollen.“(http://www.ece.com/de/geschaeftsfelder/shopping/faktenstattvorurteile/)
Also
haben wir kein friedliches Nebeneinander mit gleichmäßigem
Kundenlauf, sondern knallharte Konkurrenz zwischen Center und bestehendem Einzelhandel.
Attraktion Kundenanziehung
Durch
ein neues Einzelhandelscenter soll eine „Attraktion“
geschaffen werden. Dadurch sollen mehr Leute aus Nah und Fern in die
Innenstadt fließen.
Allerdings
gibt es in den umliegenden Gemeinden von Delmenhorst schon große Einkauscenter
z.B. das Roland Center, oder das von ECE gerade in bau befindliche
Center in Oldenburg. Also kann aus dem Umland keine Kundschaft
erwartet werden. Was bleibt sind die Delmenhorster, die sich aber
auch nicht sprunghaft vermehren werden, damit es mehr Kunden in
Delmenhorst gibt.
Am
Anfang werden die Delmenhorster das neue Center aus Neugier annehmen.
Die Einzelhändler außerhalb des Centers werden dadurch weniger bis keine Kunden mehr
haben. Wenn dann alle Einzelhändler
aufgeben mussten, sind wir auf das Center angewiesen (und
erpressbar??). Im schlimmsten Fall schließt dann auch das
Center, „weil es sich nicht mehr lohnt“. Dann ist die
Innenstadt tot.
Arbeitsplätze
Durch
neu geschaffene Verkaufsflächen werden zusätzliche
Arbeitsplätze entstehen.
Da aber,
wie schon erläutert, Konkurrenz zwischen Center und bestehendem
Einzelhandel entstehen wird und somit auch keine Umsatzsteigerung zu
erwarten sein wird, werden über längere Sicht Arbeitsplätze
vernichtet. Aller höchstens werden Arbeitsplätze verlagert
aber nicht neu geschaffen.
„Durch
jeden im Center geschaffenen Arbeitsplatz werden zwei Arbeitsplätze
vernichtet“. Dieser
Ausspruch ist in vielen Studien nachzulesen.
Verschönerung der Innenstadt, Architektur
Die
Innenstadt würde durch eine entsprechende Architektur
attraktiver.
Durch
den sehr großen Baukörper des Centers (ca. 10.000 m²
überdachte Fläche) wird es ein schwieriges Unterfangen,
diesen in die Delmenhorster Innenstadt einzupassen. Wahrscheinlicher
ist, dass ein weiteres Stück Charakter der Innenstadt verloren
geht.
Parken
Zu einem
Einkaufscenter gehören auch immer die entsprechenden Parkplätze.
Dadurch ist gewährleistet, dass die Kunden gut zum Center
gelangen können.
Allerdings
Vermehrt sich dann auch der PKW-Verkehr und die damit verbundenen
Belastungen (Lärm, Abgase, Feinstaub usw.)
Außerdem animieren die Kundenparkplätze auf dem Dach die Kunden, das Center von oben nach unten zu durchwandern. Wer hat dann noch Lust anschließend in die Geschäfte der Innenstadt zu gehen?
Überdachung
Durch
die Überdachung ist es möglich, bei jedem Wetter ungestört
von Laden zu Laden bummeln zu können.
Wenn von
dem meist schlechten Klima (stickige Luft) in einem Center abgesehen
wird, ist dies wohl der einzige Vorteil eines innerstädtischen
Einkaufcenters.
Fazit
Auf der
Internetseite von ECE steht zu lesen:
„Der
Bau einer Innenstadt-Galerie sorgt vielfach dazu, dass ein „Ruck“
durch den bestehenden Einzelhandel geht: Lange geplante Investitionen
werden umgesetzt, der Ladenbau modernisiert,
City-Management-Gesellschaften werden gegründet und die
Fußgängerzone aufgewertet.“
(http://www.ece.com/de/geschaeftsfelder/shopping/faktenstattvorurteile/)
Kann
ein solcher Ruck nicht auch ohne ein Einkaufcenter durch den
delmenhorster Einzelhandel gehen. Die „Bundesvereinigung City-
und Stadtmarketing Deutschland“ ruft bundesweit zu
Zusammenschlüssen der Kaufleute und Hauseigentümer auf.
Diese Interessengemeinschaften sollen zur Aufwertung der Innenstadt
beitragen.
In
Hamburg Bergedorf gibt es ein Modell für das sich 95% der Haus-
und Grundeigentümer ausgesprochen haben. Dort wird eine durch
Umlage finanzierte Qutiersaufwertung betrieben.
(http://www.bcsd.de/index.php?pageid=23&entry=49)
Die
Stadt könnte durch gezielte Anschubfinanzierung und
Steuererleichterung für einen gezielten Branchenmix sorgen.
Natürlich nach Absprache mit den Kunden, den Geschäftsleuten
und Experten. Vielleicht
ist es auch möglich durch Gespräche oder andere
Lenkungsmittel die Ladenmieten auf ein verträgliches Maß
zu reduzieren. Auch die Öffnungszeiten sollten relativ
einheitlich geregelt werden.
Weiterhin
könnten Attraktionen geschaffen werden, die keine Konkurrenz für
den bestehenden Einzelhandel darstellt und ebenfalls für einen
gleichmäßigen Kundenstrom sorgen. Es könnten z.B.
Messen der ansässigen Geschäfte veranstaltet werden.
Dadurch könnten die einzelnen Geschäfte für sich
werben. Weiterhin könnten ähnliche Veranstaltungen (Märkte,
Theater, Musik oder ähnliches) in der gesamten Innenstadt oder
punktuell stattfinden. Auch die Einkaufcenter-lose Innenstadt kann
als Attraktion betrachtet werden. Soll heißen: wenn der Anteil
der Stätde mit Center wächst, dann ist eine Stadt ohne
Center was besonderes also kann von Attraktion gesprochen werden.
Ein
weiterer Vorschlag ist, ein Pendelbusverkehr zwischen
ZOB, Innenstadt und Graftwiesen zu installieren. Dadurch kann viel
PKW-Verkehr aus der Innenstadt herausgehalten werden. Trotzdem wäre
ein barrierefreies und bequemes Einkaufen möglich. Allerdings
muss dabei dringend auf die Umweltverträglichkeit eines solchen
Pendelverkehrs geachtet werden.
Nach
den hier aufgeführten Sachverhalten, kann daraus nur noch der
Schluss gezogen werden: NEIN WIR BRAUCHEN KEIN EINKAUFSCENTER IN DER
DELMENHORSTER INNENSTADT!!!! Oder wollen wir ein Center bauen nur
damit wir unabhängig vom Wetter von Laden zu Laden bummeln
können?
Einige Ratspolitiker träumen scheinbar von nichts anderem mehr, als von dieser Unabhängigkeit vom Wetter. Denn warum sonst haben sie das innerstädtische Einkaufcenter im Kopf schon fertig geplant und gebaut. Aber was meinen die Einwohner, Eltern, Kinder, Kunden, Einzelhändler usw. oder schlicht die Delmenhorster dazu. Über diese auf einer städtischen Veranstaltung so schön als „Ob-Frage“ (...ob ein Einkaufcenter eine sinnvolle Ergänzung ist?) bezeichnete Auseinandersetzung wurde in der delmenhorster Einwohnerschaft (wobei in Erinnerung zu rufen ist: Ratsleute sind auch Einwohner!) bis jetzt noch nicht diskutiert.
Wollen wir unsere Belange selbst in die Hand nehmen und zusammen eine attraktive Innenstadt schaffen oder wollen wir uns am Ende von einem Konzernchef vorschreiben lassen was in der Delmenhorster Innenstadt angeboten und gekauft werden soll?
Im
Sinne der Bürgerbeteiligung: Mischt Euch Ein!!!!
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ECE
Sehr informativ, lädt zum recherchieren ein
Wenn da eine direkte Aufforderung zur Abstimmung wäre, ich würde gegen ein Innerstädtisches Einkaufszentrum in Delmenhorst votieren