Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen, Umweltschutz, Landwirtschaft und Verkehr, (11.08.2009)
Mitteilungsvorlage – 09/51/043/MV-A,
Entwicklungsplanung Graftbogen - Vorstellung des Rahmenplanes
Die LAD stellt die Entwürfe der Rahmenplanung zum Graftbogen in Frage. Welches Niveau mit welcher Qualität erhalten die Delmenhorster BürgerInnen zu welchem Preis?
Wer sollen die potentiellen Käufer sein, die ihr Geld in hochwertige Eigentumswohnungen an einer lauten Vergnügungsmeile investieren?
Das Projekt gemeinschaftliches Wohnen ist ein klägliches Überbleibsel aus den Bürgerkonzepten für die Nachnutzung des abgerissenen Hotels, das noch so gerade auf einem Parkplatzteil an einer stark befahrenen Straße gequetscht Platz findet.
Warum ein Schlosshotel? Wir haben nie ein Schloss in Delmenhorst gehabt – leider nur eine Burg. Ein nicht funktionierendes Drei-Sterne-Hotel hatten wir auch schon mal an der Graft. Die Hoteliers der Stadt hatten bereits im Zusammenhang mit der Nachnutzung des Hotels am Stadtpark ihre Bedenken zu diesem Thema angemeldet.
Nach 30 Jahren SPD-Denkmal jetzt also für die nächsten 30 Jahre ein Denkmal für die Gruppe CDU/UAD/WfD an diesem Ort?
Demokratie als architektonisches Gestaltungsmittel reicht nicht aus. Für die Würdigung des übermäßigen bürgerlichen Engagement, nicht nur finanzieller Art, gegen eine Nazischule ist das kein Ersatz für das so schnell abgerissene Hotel am Stadtpark als Symbol der Demokratie in Delmenhorst. Das Mindeste zur Anerkennung der Randgruppe Bürger ist ein Bürgerzentrum auf diesem Areal. Zur Demokratie gehört mehr als Fassade und die Verteilung von Ämtern. Und eine offene Gesellschaft hält andere Meinungen aus, anstatt durch Abriss die Diskussionsgrundlagen zu entziehen.
Unserer Stadt geht es besser, wenn nicht alles verhindert würde, sondern wenn wir gemeinsam etwas machen.
Delmenhorst 09.08.2009
Annette Pape, Uwe Helfrich, die Sprecher der LAD

