Gerade in der Politik sollte man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Die LAD beschäftigt sich mit der Ob-Frage zum Innerstädtischen-Einkaufszentrum. Die erste Frage ist: Wollen die Delmenhorster überhaupt ein Einkaufszentrum in der Innenstadt? Welchen Sinn hat ein solches Center?
Von einer wirtschaftlichen Stärkung für die Innenstadt von Delmenhorst kann man nicht überzeugt sein, wenn in verschieden Studien zu lesen ist, dass die Wechselwirkung zwischen einem Innerstädtischen-Einkaufszentrum und dem übrigen Angebot in der City eher Leerstände hervorbringt, dass ein einziger neu geschaffener Arbeitsplatz im Center zwei Arbeitsplätze außerhalb vernichtet und dass die Center-Gesellschaft die Steuern an ihrem Hauptsitz abführt.
Langzeitbeobachtungen zeigen außerdem, dass solche Center nur für einige Jahre wirtschaftlich arbeiten und dann wieder abwandern, wenn sie die kurzfristigen Gewinne für sich abgeschöpft haben. Was für Delmenhorst bleibt, sind neben den gegenwärtig schon fehlenden Angeboten und Leerständen zusätzlich ein 10 000qm großes, leeres Innerstädtisches-Einkaufszentrum.
Belebung und Erhöhung der Kaufkraft in der Innenstadt können durch Schaffung von attraktivem Wohnraum und Arbeitsplätzen in der Innenstadt erreicht werden. Mit einer kleinteiligen Verdichtung kann die Kaufkraft ebenso in Delmenhorst gebunden werden. Erhöhte Nachfrage kann durch Unvergleichbarkeit der Innenstadt bzw. der Stadt als solches erreicht werden. Eine Errichtung eines ECE führt zur Gleichmachung der Städte, in denen es dem Kunden nicht mehr auffällt, in welcher Stadt er sich befindet. Das Alleinstellungsmerkmal ist das Entscheidende für die Attraktivität einer Innenstadt.
Delmenhorst sollte aus dem veralteten Mainstream ausbrechen.
Annette Pape, Mai 2008


Einkaufszentrum Delmenhorst
Es ist die alte Diskussion. Immer mehr Bürger wollen hier in
Delmenhorst kein Einkaufscenter haben. Sie blicken auf Leerstände und
das alte, geschlossene Hertie-Gebäude. Das steht bekanntlich seit dem
17.3.2009 völlig leer. Das Gebäude nebenan, wo einst Selve war, steht auch
fast leer.
Da fragt man sich wirklich, welchen Sinn da noch ein NEUES Einkaufs-
center haben kann. Man sollte zunächst die Leerstände füllen und
Arbeitsplätze schaffen. Zwar steht fest,dass Dawsney Day aus
England (Immoblienbesitzer) einen zu hohen Preis für das Hertie-Gebäude
haben möchte. Aber welchen Preis zahlen wir, denn das neue Einkaufscenter
wirklich kommt. Sinnvoll ist das nicht.
Gruss Johannes Schuette
Einkaufscenter
Annette Pape hat ganz recht. Doch hörte ich gestern, dass Herr Dombrowe dem Center im Rat zustimmen will. Wenn das stimmt, muss endlich offen gesagt werden, dass die Nähe dieses Ratsherrn zur SPD (Frau Mittag) offenkundig wird. Schon des öfteren ist es mir aufgefallen, dass Dombrowe für Vorschläge der SPD (AWO usw.) stimmte, ohne das sachverständig begründen zu können.
Die Hand ist schnell hochgehoben, die Folgen aber werden nicht auf sich warten lassen. Ein Center verurteilt die jetzigen Geschäfte zur Aufgabe, es sei denn diese mieten sich selbst dort ein (Buchholz?) Und dann wir die City noch mehr veröden, denn die Kunden fahren auf das Dach des Centers, kaufen ein und fahren wieder ab! So einfach und so bequem. Das ist doch toll. Und toll wirkt auf mich der, der solch einem Unsinn zustimmt. Aber vielleicht ist meine Information ja auch falsch? Bitte Antwort! Danke! Paul W. Glöckner, 18686
Antwort an Glöckner
Hallo Paul Glöckner, es gilt der alte Grundsatz, die Seriosität von Informationen erst zu prüfen, bevor sie veröffentlicht werden.
Fakt ist: Ich bin zu keinem Zeitpunkt dafür eingetreten, dass in Delmenhorst ein Einkaufs-Center gebaut wird, angesichts der immensen Leerstände an Geschäften in Delmenhorst und angesichts der Leerstände im sog. Jute-Center, das wohl besser in Pleite-Center umgetauft werden sollte. Den Beweis für meine Position werde ich in Kürze antreten.
Zur Klarstellung noch drei Punkte:
1. Dass Susanne Mittag als Fraktionschefin der SPD Mitglied in dem von mir geführten Hunde-Verein ist, hat zu keinem Zeitpunkt Einfluß auf meine Politikgestaltung gehabt. Andernfalls hätte ich mich sofort der SPD im Rat angeschlossen.
2. Dass ich und die LAD und auch die Partei DIE LINKE für den Vorschlag der Arbeiterwohlfahrt zur Nutzung des „Hotel am Stadtpark“ eingetreten sind, hat mit der SPD – die übrigens letztendlich das Ziel der Bürgerbeteiligung schnöde verraten hat – schon allein deshalb gar nichts zu tun.
3. Mir allzu große Nähe zur SPD zu unterstellen wegen meinem hin und wieder gemeinsamen Abstimmungsverhalten mit der SPD ist doch sehr gewagt. Falls die CDU irgendwann einmal einen vernünftigen Antrag einbringen sollte, werde ich auch dafür stimmen. Das ist mein Grundsatz, da wo es Sinn macht kommt man zueinander und da wo es keinen Sinn macht eben nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Jörg Dombrowe
EKZ Delmenhorst, P.-W. Glöckner
1. Bevor Delmenhorst über ein EKZ nachdenkt, muß die Innenstadt mit Lange Strasse etc., die gesamte Fussgängerzone, richtig attraktiv gemacht werden (z.B. Passagen, ala Grimm-Georgi). Ich bezeiche dies mit Bestandsschutz für vorhandene Geschäfte schaffen und dann kann Konkurrenz kommen.
2. Nach meiner Feststellung gibt es im Delmenhorster Rat nur 2 Mitglieder, die nach Wissen und Gewissen entscheiden. Dombrowe und Sassen. Völlig einverstanden
bin ich, so verstehe ich Kommunalpolitik, wenn Gutes vorgeschlagen wird, egal von wem - ja sagen. Wenn Mist vorgeschlagen wird - egal von wem - nein sagen. Hohe Parteipolitik hat auf kommunaler Ebene wenig verloren,
dazu gibt es das Land und den Bund. Die Folge ist doch, dass sich auf kommunaler Ebene immer mehr von den Parteien abwenden und was eigenes machen. Auf kommunaler Ebene zählt das Wohl der Bürger und die Nähe zum Bürger.
3. Eine Nähe von Dombrowe zur SPD (Mittag) zu unterstellen, halte ich für Blödsinn.
Volker C. Wohnig