Es ist richtig die Planungen zu einem innerstädtischen Einkaufcenter mit der Kontroverse um die Nachnutzung des „Hotel am Stadtpark" zu vergleichen. Wie die große Zahl der Bürgerbegehren zeigt, wollen die Delmenhorster direkt in die entscheidenden Planungen einbezogen werden und nicht ungewollte Lösungen präsentiert bekommen.
Unrecht ist die Behauptung, die Bürger verweigerten sich. Die Bürger haben gar keine Chance sich zu verweigern, wenn die Entscheidungsträger nicht bereit sind Dialoge über die wichtigen Themen auf gleicher Augenhöhe zuführen. Noch schlimmer, die Entscheidungsträger wollen gar keine Diskussion. Prozesse, die zu alternativen Lösungen führen, sind unerwünscht. So ist auch ein Stadtgespräch nur eine Werbeveranstaltung für den Willen der sogenannten Entscheidungsträger. Diese sollen aber das öffentliche Leben gestalten und zum öffentlichen Leben gehören nun mal die Einwohner der Kommune. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Immer öfter hört man dann auch, ob man will oder nicht, den Satz: „Wir sind die Stadt.". Wenn der von Bürgern gewählte Oberbürgermeister eine Veranstaltung von unserem Geld organisiert, sollten auch kritische Stimmen mit gebührendem Respekt an den Planungen einer solchen Veranstaltung beteiligt werden.
Und richtig ist es auch ein Center in der Innenstadt abzulehnen, wenn die Mehrheit der Entscheidungsträger den „Tiger nicht zu reiten wissen", wie Herr Junker es so schön anmahnt. Die Entscheidungsträger sitzen jetzt schon vor den potentiellen Investoren wie vor einer Schlange: Ein Center wird es schon richten! Oder vielleicht gleich drei? Aber unter Hypnose lassen sich nun mal nicht wirklich freie Entscheidungen treffen, die nachhaltig und positiv auf die Innenstadt von Delmenhorst wirken.
Annette Pape u. Uwe Helfrich

